Werchow_Goldborn_1 Werchow_Schule_1

Werchow Werchow, in der Übersetzung aus dem Sorbischen „Aue vor der Höhe", wurde am 05.11.1527 erstmals urkundlich erwähnt. Fährt man aus Richtung Calau in den Ort, bietet sich vom Silberberg ein reizvolles landschaftliches Bild: eingebettet zwischen Hügeln auf beiden Seiten liegt Werchow - Eingangspforte zur Calauer Schweiz. Die Calauer Schweiz als Naturschutzgebiet ist Bestandteil des Niederlausitzer Landrückens und zählt mit ihren Quellen und Mooren, Teichen und Erhebungen zu den größten und waldreichsten geschützten Gebieten im Süden Brandenburgs, die seltenen, in ihrem Bestand bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. In ihrer besonderen Art ist sie von Bedeutung als Wassereinzugsgebiet für die umliegenden Teichlandschaften. Der bisher älteste Nachweis menschlicher Besiedlung in diesem Gebiet stammt aus der jüngeren Steinzeit 4000-1550 v.u.Z. Die Höhen der Werchower und Cabeler Berge bilden tiefe Schluchten, in denen sich oberhalb von Cabel Quellen sammeln. Die größte ist der Goldborn, 1720 in Zürners „Atlas Augusteus" als größte Naturquelle der Niederlausitz erwähnt. Der Name ist auf schwammige, schillernde Eisenablagerungen zurückzuführen. Von alters her führte ein Kirchsteig, auf dem die Menschen der Bergdörfer nach Calau zur Kirche gingen, durch Werchow. Er gab der „Stegschänke", die durch die Gunst ihrer Lage einst durstigen Kehlen wohlschmeckenden Kaffee von Goldbornwasser kredenzte, ihren Namen. Heute ist das „Hotel Stegschänke" eine gefragte Adresse bei Touristen und Einheimischen. Wenig bekannt ist, dass im Förderraum Calau der Braunkohlebergbau in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Erst 1904 kam er wieder zum Erliegen. Man hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts zufällig Braunkohle gefunden, um 1810 beim Brunnenbau in Zinnitz und 1830 am Werchower Weinberg. Beide Funde gerieten jedoch in Vergessenheit. In dieser Zeit zählte der damalige Kreis Calau zu den wirtschaftlich zurückgebliebenen Regionen Deutschlands. 1850 gab es lediglich zwei Fabriken (Manufakturen), eine davon war die kleine Tuchfabrik in Werchow. Die Tuchfabrikanten Gebrüder Mende waren es dann auch, die 1851 die erste Braunkohlegrube, die „Grube Marie", auf dem Areal des Rittergutes Buchwäldchen eröffneten, 1852 im engeren Umfeld von Werchow die „Grube Emilie" und 1867 die „Grube Margarete I". Bis zur Jahrhundertwende wurden in Werchow noch drei weitere Braunkohlegruben betrieben. Auch standen 1861 vier von sieben im damaligen Kreis registrierten Dampfmaschinen in Werchow, zwei davon in Dampfmühlen und zwei in der Tuchfabrik. Erwähnenswert ist auch die Gaststätte „Zur Calauer Schweiz", Vereinslokal des „Männergesangsvereins Germania 1890 Werchow". Unter Leitung von Michael Wein und dem Vorsitz von Reinhard Ahrens pflegt der Verein ein umfangreiches Liedgut und ist über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Ein traditionsreiches Werchower Familienunternehmen ist die Fleischerei Karl Löschen.